SCREEMIK 3
Screening der Erstsprachfähigkeit bei Migrantenkindern.
Computergestütztes Verfahren zur Feststellung des Sprachstandes in der Erstsprache bei
Kindern mit Migrationshintergrund
(Russisch-Deutsch, Türkisch-Deutsch)
SCREEMIK 3 – Beschreibung
Die meisten Fachpersonen, die mit Kindern arbeiten, kennen die Unsicherheit bei der Einschätzung der Sprachfähigkeit bei Migrantenkindern:
Kann das Kind einfach noch nicht ausreichend Deutsch oder liegt eine Sprachentwicklungsstörung vor, die die Indikation einer Sprachtherapie nach sich zieht?
Die Frage ist umso schwieriger zu beantworten, je weniger Deutschkenntnisse das Kind mitbringt.
SCREEMIK 3 stellt eine praktische Hilfe für die differenzialdiagnostische Abgrenzung zwischen erwerbsbedingten Auffälligkeiten in der Zweitsprache Deutsch und einer Sprachentwicklungsstörung dar, die sich sprachübergreifend und einzelsprachenspezifisch in allen Sprachen eines mehrsprachigen Kindes äußert. Durch ein differenziertes Screeningverfahren in der Erstsprache des Kindes soll eine Früherfassung von zweisprachigen sprachentwicklungsgestörten Vorschulkindern ermöglicht werden.
Das gesamte Screening dauert durchschnittlich 15-20 Minuten. Ein ausführlicher Bericht erfolgt automatisch und sekundenschnell über den Computer durch einen einzigen Mausklick und zeigt spezifische Problembereiche und Förderinhalte in der Erstsprache auf. Es muss keine zusätzliche Protokollier- und Auswertungszeit einberechnet werden.
Das Programm erfordert keine Kenntnisse der Erstsprache des Kindes und ein absolutes Minimum an Computererfahrung.
Ziele des Programms
- Deutschsprachigen Fachpersonen - auch ohne Kenntnisse der Erstsprache des Kindes - eine screeninghafte, gleichzeitig aber reliable und valide Einschätzung der Erstsprachfähigkeit eines mehrsprachigen Kindes ohne Übersetzer zu ermöglichen
- Praktische Hilfe für die differenzialdiagnostische Abgrenzung zwischen erwerbsbedingten Auffälligkeiten in der Zweitsprache Deutsch und einer Sprachentwicklungsstörung
- Früherfassung von zweisprachigen sprachentwicklungsgestörten Vorschulkindern
Anwendungsgebiet
Das Screening richtet sich professionsübergreifend an alle Berufsgruppen, die sprachtherapeutisch und pädagogisch tätig sind:
- Logopäden und Sprachtherapeuten
- Lehrkräfte und Pädagogen
- Erzieherinnen etc.
Besondere Merkmale
- beinhaltet die Sprachen Russisch (Subtests: Aussprache, Grammatik und Wortschatz) und Türkisch (Subtests: Aussprache und Wortschatz)
- sprachtheoretisch fundiert, reliabel und valide
- an 406 russisch-deutschen und 388 türkisch-deutschen Kindern normiert
- leicht in der Durchführung und Bedienung
- zeitlich ökonomisch: Durchführungszeit 15-20 Minuten
- automatisierte Berichterstellung (per Mausklick) mit Interpretation der Ergebnisse basierend auf statistisch errechneten Normwerten
- keine zusätzliche Protokollier- und Auswertungszeit
- kindgerecht als Spiel und für die Praxis konzipiert
Rezensionen zu SCREEMIK 2
Der Anteil von mehrsprachigen Kindern, die derzeit in Deutschland aufwachsen, wird – je nach Quelle – auf zehn bis 20 Prozent geschätzt. Auch wenn Unsicherheit über den exakten Prozentsatz besteht (dieser ist nicht zuletzt auch von der berücksichtigten Altersgruppe der betroffenen Kinder abhängig), so lässt sich jedoch mit Sicherheit eine Zunahme mehrsprachiger Kinder konstatieren …
Mir wird ein Vierjähriger aus einer Familie mit deutscher und russischer Familiensprache vorgestellt. Neben einer Aussprachestörung fällt ein reduzierter Wortschatz auf und auch die Grammatik ist nicht altersentsprechend entwickelt …
Screemik ist ein computergestütztes Screening-Verfahren. Mit ihm sollen monolingual deutsche Sprachtherapeuten die Sprachfähigkeiten von Migrantenkindern in deren Erstsprachen einschätzen können, wenn die Kinder kaum Deutsch sprechen. Untersucht werden kann in Türkisch (Aussprache und rezeptiver Wortschatz) und in Russisch (Aussprache, rezeptiver Wortschatz und Grammatik) …
SCREEMIK in der Literatur
- Wagner, L. (2005): Zur Arbeit mit russischsprachigen Aussiedlerfamilien: Entwicklung und Anwendung eines Screeningverfahrens. In: Grohnfeldt, M., Triarchi-Herrmann, V., Wagner, L. (Hrsg.): Mehrsprachigkeit als sprachheilpädagogische Aufgabenstellung. Würzburg: edition von freisleben, 73-90.
- Wagner, L. 6(2006)11: Computergestütztes Screening der Erstsprachfähigkeit von Migrantenkindern - SCREEMIK. In: Forum Logopädie, 22-27.
- Wagner, L. 2(2010)55: Screening der Erstsprachfähigkeit bei Migrantenkindern – SCREEMIK2 als differenzialdiagnostisches Abgrenzungsmittel für russisch-deutsche und türkisch-deutsche Kinder. Die Sprachheilarbeit, 54-64.